Artenschutz in Deutschland

Ein wichtiger Aspekt zum Thema Naturschutz ist der Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten. Oftmals haben diese so spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum, dass sie nur in wenigen Gebieten zu finden sind. Desweiteren erfüllen bestimmte Tiere und Pflanzen weitere Kriterien, weshalb sie geschützt werden sollten. Um diese Arten vor dem Aussterben zu bewahren, wurde der Artenschutz ins Leben gerufen. Der Unterschied zum Tierschutz besteht darin, dass diese hier nur um ihrer selbst Willen unter Schutz stehen und nicht, weil sie wissenschaftlich relevant sind.

Wild_Pig_KSC02pd0873Im Jahre 1966 kam man auf die Idee, die “Roten Listen” ins Leben zu rufen. Hier werden jene Arten festgehalten, welche weltweit aufgrund hoher Gefährdung besonderem Schutz bedürfen. Diese werden in sehr unregelmäßigen Abständen von der “International Union for Conservation of Nature and Natural Resources” veröffentlicht. In Deutschland gibt es solche Listen auch – jedoch meist nur regional. Im Bundesnaturschutzgesetz wird zudem zwischen zwei Stufen der Gefährdung unterschieden: Die streng geschützten Arten und die besonders geschützten Arten, welche neben den ersteren auch weitere enthalten, die in speziellen Anlagen und Richtlinien eingesehen werden können.

In früheren Zeiten ging es beim Artenschutz darum, ästhetisch ansprechende Tiere und Pflanzen zu erhalten. Mittlerweile ist dies immer noch ein großes Thema: Man hofft, durch den Schutz der einen Art auch weitere zu schützen. Die Erste wird dann zu einer sogenannten “flagship species” für die anderen.

Es ist jedoch mittlerweile auch aus ökologischer Sicht notwendig, Artenschutz zu betreiben. Nicht nur, um die Biodiversität aufrecht zu erhalten, sondern auch zur Stabilisierung von Ökosystemen, der Entgiftung der Umwelt oder auch, um Schädlinge zu bekämpfen. Da jede Art einen ganz eigenen Platz in einem geschlossenem Ökosystem besitzt, hat das Aussterben mitunter fatale Folgen auf dieses. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es auch sogenannte “Indikatorspezien”, welche eine Veränderung in der Natur oder dem Ökosystem schon frühzeitig erkennen lassen. Geschieht dies, so kann man negativen Entwicklungen besser vorbeugen.