Naturschutz in Deutschland

Allgemeines

Seit im Jahr 1920 das Preußische Feld- und Forstpolizeigesetz in Kraft trat, wird Naturschutz in Deutschland groß geschrieben. Rasch zogen die übrigen deutschen Gebiete nach. Das Neandertal, die Lüneburger Heide und das Siebengebirge waren die ersten amtlichen Naturschutzgebiete. 15 Jahre später wurde das Thema im Zuge des Reichsnaturschutzgesetzes in Deutschland vereinheitlicht. Heute obliegt die Entscheidung, ob ein Gebiet geschützt wird, zumeist der Entscheidung Höherer Naturschutzbehörden – nur gelegentlich entscheiden die Behörden der Länder darüber. Aktuell gibt es Bundesweit insgesamt 8757 Naturschutzgebiete, welche mit einer Gesamtfläche von etwa 1.376.989 Hektar knapp 4 % des deutschen Territoriums umfassen.

Gründe

141222-nabu-nsg-schild-helge-may2Es ist sicherlich jedem Menschen bekannt, dass unser aller Alltag die Natur belastet. Es ist jedoch nicht nur der Müll, den wir achtlos wegwerfen oder die Abgase großer Unternehmen. Neben den beiden bereits genannten wichtigen Faktoren zählt auch die Ausweitung unseres Lebensraumes dazu – wir erschließen wirtschaftlich neue Gebiete und beeinträchtigen damit den Lebensraum von dort beheimateten Tieren und Pflanzen. Dies führt dazu, dass mittlerweile viele Arten bedroht oder sogar ausgestorben sind. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, werden besonders artenreiche, wissenschaftlich wichtige oder sehr schöne Regionen unter Naturschutz gestellt. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz muss eines dieser drei Kriterien erfüllt sein, um ein Gebiet zu schützen.

Maßnahmen

Um die entsprechenden Ziele zu erreichen, werden viele unterschiedliche Maßnahmen getroffen. Die Regierung verabschiedet verschiedene Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, um einen Kompromiss zwischen der Natur und der Industrie zu finden. Desweiteren kümmern sich oft regionale Vereine darum, dass die Naturschutzgebiete gepflegt werden. Je kleiner ein solches Gebiet ist, desto mehr Aufwand steckt nämlich dahinter. Dies liegt daran, dass kleinere Territorien den Einflüssen der Umwelt oft stärker ausgesetzt sind. Es muss sich zum Beispiel um die Be- oder Entwässerung gekümmert werden, damit ein inneres Gleichgewicht herrscht. Größere Vereine hingegen betreiben oft Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung, Überwachen die umweltpolitischen Entwicklungen oder lobbyieren in der Politik.